Winterharter Bambus breitet sich über unterirdische Ausläufer, sogenannte Rhizome, aus und kann ohne Barriere mehrere Meter pro Jahr wandern – die zuverlässigste Gegenmaßnahme ist eine mindestens 60 bis 70 Zentimeter tief eingebaute Rhizomsperre aus stabilem Kunststoff oder Edelstahl, die den Wurzelraum vollständig umschließt. Ist Bambus bereits ohne Sperre gewachsen, hilft meist nur ein nachträglicher Grabenaushub mit Einbau einer Sperre oder das konsequente Kappen aller neuen Triebe außerhalb des gewünschten Bereichs.

Ausläufertreibende Arten erfordern Vorsicht

Anders als die meisten Heckenpflanzen wächst horstbildender Bambus vergleichsweise gebündelt, doch viele in Gärten beliebte, winterharte Sorten gehören zu den stark ausläufertreibenden Arten, deren Rhizome sich unterirdisch in alle Richtungen ausbreiten können. Diese Ausläufer sind erstaunlich kräftig und können dünne Rhizomsperren, Wurzeln benachbarter Pflanzen oder sogar leichte Fundamente durchdringen, wenn die Barriere nicht ausreichend tief und stabil ausgeführt ist. Wird eine Sperre erst nachträglich eingebaut, ist es entscheidend, wirklich alle bereits vorhandenen Ausläufer innerhalb der neuen Grenze zu erfassen, da schon ein einzelner übersehener Trieb außerhalb der Barriere ausreicht, um die Ausbreitung fortzusetzen.

Welche Sorten in Berliner Gärten besonders wuchsfreudig sind

Zu den in Berlin häufig gepflanzten, stark ausläufertreibenden Bambusarten zählen mehrere Sorten der Gattung Phyllostachys, die für ihre Winterhärte und dichten, hohen Halme geschätzt werden, gleichzeitig aber zu den Arten mit dem stärksten Ausbreitungsdrang zählen. Horstbildende Fargesia-Sorten dagegen bleiben deutlich kompakter und eignen sich eher für kleinere Gärten, in denen eine Rhizomsperre aus Platzgründen ohnehin schwer unterzubringen wäre. Wer beim Kauf unsicher ist, sollte gezielt nach der genauen Sortenbezeichnung fragen, statt sich allein auf die Bezeichnung „winterharter Bambus“ zu verlassen.

Material und Tiefe der Barriere

Eine wirksame Rhizomsperre besteht aus einer durchgehenden, mindestens etwa zwei Millimeter starken Kunststoff- oder Edelstahlbahn, die in einem geschlossenen Ring um den Bambus eingegraben wird. Wichtig ist, dass die Sperre einige Zentimeter über die Erdoberfläche hinausragt, damit Ausläufer nicht oberirdisch über die Barriere hinwegwachsen können, und dass die Verbindungsstellen der einzelnen Bahnen überlappen und sicher verschlossen sind, damit dort keine Lücke entsteht.

Einbau in sechs Schritten

  1. Gewünschten Wuchsbereich festlegen und die Grenze am Boden markieren.
  2. Graben ausheben: Mindestens 60 bis 70 Zentimeter tief entlang der markierten Linie graben.
  3. Sperre einsetzen: Die Bahnen im Graben aufstellen, an den Enden überlappen lassen und sicher verbinden.
  4. Sperre über Bodenniveau enden lassen: Einige Zentimeter über der Erdoberfläche sichtbar stehen lassen.
  5. Graben verfüllen und verdichten, sodass die Sperre stabil im Boden sitzt.
  6. Regelmäßig kontrollieren, ob Ausläufer über die sichtbare Kante der Sperre hinauswachsen.

Gesetzliche Schonzeit auch für Gräser

Auch wenn Bambus botanisch zu den Gräsern und nicht zu den klassischen Gehölzen zählt, wird er im Kontext der Gartenpflege meist analog zu Ziersträuchern behandelt, wenn es um verantwortungsvolles Schneiden geht. Ein vollständiges Abschneiden aller Halme bis zum Boden, etwa im Rahmen einer kompletten Entfernung, sollte deshalb ebenfalls bevorzugt außerhalb der Hauptbrutzeit erfolgen, auch wenn Bambus selbst deutlich seltener von Vögeln als Nistplatz genutzt wird als dichte, verzweigte Hecken.

Übersicht: Vorgehen je nach Ausgangslage

Ausgangslage Empfohlenes Vorgehen
Neupflanzung ohne bestehenden Bambus Rhizomsperre vor dem Pflanzen einbauen
Bambus vorhanden, noch ohne Sperre Nachträglichen Graben ausheben, alle Ausläufer innerhalb erfassen
Bambus wächst bereits Richtung Nachbargrundstück Betroffene Ausläufer kappen, Sperre so schnell wie möglich nachrüsten
Bambus soll komplett entfernt werden Alle Rhizome konsequent ausgraben, über mehrere Saisons nachkontrollieren
Typische Fehler
  • Rhizomsperre zu flach einbauen, sodass Ausläufer darunter hindurchwachsen.
  • Sperre bündig mit der Erdoberfläche abschließen lassen, statt sie einige Zentimeter herausragen zu lassen.
  • Bambus ganz ohne Sperre pflanzen, weil er im ersten Jahr noch kompakt wirkt.
  • Einzelne neue Triebe außerhalb der Sperre übersehen und dadurch die Ausbreitung unbemerkt zulassen.

Als Sichtschutz sinnvoll platzieren

Bambus wird in Berliner Gärten häufig gezielt als schnell wachsender, blickdichter Sichtschutz zwischen Terrassen oder entlang von Grundstücksgrenzen gepflanzt, weil er innerhalb weniger Jahre eine deutlich größere Höhe erreicht als die meisten klassischen Heckenpflanzen. Gerade wegen dieser Wuchsstärke sollte der Pflanzabstand zu Nachbargrenzen von Anfang an großzügig bemessen werden, damit die spätere Rhizomsperre nicht nachträglich unter bereits verlegten Wegen oder Terrassenplatten hindurchgeführt werden muss, was den Einbau erheblich erschwert.

Kübel und Pflanzcontainer als sichere Alternative

Wer auf eine nachträgliche Rhizomsperre verzichten möchte oder nur begrenzten Platz zur Verfügung hat, kann Bambus alternativ dauerhaft im großen Kübel oder Pflanzcontainer halten. Der Wurzelraum ist dadurch von vornherein physisch begrenzt, allerdings müssen Kübelpflanzen deutlich häufiger gegossen und regelmäßig umgetopft oder geteilt werden, da der Wurzeldruck im Container mit der Zeit erheblich zunimmt und sonst zum Platzen des Gefäßes führen kann.

Halme auf dem Nachbargrundstück

Wachsen Rhizome unter der Grundstücksgrenze hindurch und treiben auf dem Nachbargrundstück neue Halme aus, kann das nachbarschaftliche Spannungen auslösen und im Einzelfall zu Ansprüchen auf Beseitigung führen. Betroffene Ausläufer lassen sich durch konsequentes Kappen an der Grenze eindämmen, dauerhaft hilft aber nur eine nachträglich eingebaute, ausreichend tiefe Rhizomsperre. Bei bestehenden Konflikten empfiehlt sich zunächst das direkte Gespräch mit dem Nachbarn; die allgemeinen Grundsätze zu Grenzabständen von Pflanzen haben wir in einem eigenen Beitrag zum Nachbarrecht bei Hecken ausführlicher zusammengefasst.

Wurzeldruck an Mauern und Einfassungen

Neben der Ausbreitung in die Breite entwickelt Bambus mit der Zeit auch einen erheblichen seitlichen Wurzeldruck, der bei Pflanzung in unmittelbarer Nähe zu älteren Gartenmauern oder Einfassungen über die Jahre sichtbare Risse verursachen kann. Wer Bambus in der Nähe solcher Bauteile pflanzen möchte, sollte selbst mit eingebauter Rhizomsperre einen gewissen Sicherheitsabstand einplanen, da eine Sperre die seitliche Ausbreitung zwar unterbindet, den Druck auf die Barriere selbst aber nicht vollständig neutralisiert.

Auslichten statt klassischer Formgebung

Anders als bei den meisten Hecken besteht der Schnitt bei Bambus vor allem im Auslichten zu dicht stehender Halme und im Entfernen abgestorbener oder beschädigter Triebe, weniger in einer klassischen Formgebung. Auch hier gilt die gesetzliche Schonzeit für radikale Rückschnitte zwischen dem 1. März und dem 30. September; ein leichtes Auslichten einzelner Halme ist davon in der Regel nicht in gleichem Maß betroffen wie bei dichten Hecken, weshalb im Zweifel dennoch der schonendere Zeitraum außerhalb der Vegetationsperiode gewählt werden sollte.

Wann ein Hausmeister unterstützen kann

Für den nachträglichen Einbau einer Rhizomsperre, das Kappen wuchernder Ausläufer oder die komplette Entfernung eines Bambusbestands unterstützt unser Gehölz- und Strauchschnitt, für die laufende Kontrolle im Rahmen der regulären Pflege unsere Gartenpflege. Wir prüfen dabei auch, ob eine vorhandene Sperre noch intakt ist oder bereits Schwachstellen zeigt. Sprechen Sie uns bei Fragen zu Ihrem Bambusbestand gerne über unsere Kontaktseite an.

Häufige Fragen

Reicht eine Rhizomsperre aus Kunststofffolie aus?

Für eine dauerhaft zuverlässige Sperre eignen sich eher stabile, mindestens etwa zwei Millimeter starke Spezialbahnen aus Kunststoff oder Edelstahl; dünne Folien werden von kräftigen Rhizomen leichter durchdrungen.

Kann ich horstbildenden Bambus ohne Sperre pflanzen?

Horstbildende, wenig ausläufertreibende Sorten breiten sich deutlich langsamer aus, eine Sperre bleibt aber auch hier eine sinnvolle Vorsichtsmaßnahme, besonders in kleinen Gärten.

Wie tief muss eine Rhizomsperre mindestens sein?

Üblich sind mindestens 60 bis 70 Zentimeter Tiefe, da Bambusrhizome flacher liegende, zu niedrige Barrieren nach einiger Zeit unterwandern können.

Was tun, wenn Bambus bereits großflächig unkontrolliert wächst?

Hier hilft meist nur, alle Rhizome konsequent auszugraben und den Bereich über mehrere Saisons auf neue Triebe zu kontrollieren, da einzelne Wurzelreste erneut austreiben können.

Kann eine Rhizomsperre nachträglich beschädigt werden, etwa durch Bauarbeiten?

Ja, wird der Boden im Bereich der Sperre später aufgegraben, etwa für eine neue Leitung, kann die Barriere beschädigt werden. Nach solchen Arbeiten lohnt eine Sichtprüfung, ob die Sperre noch durchgehend intakt und ohne Lücken ist.

Über diesen Beitrag

Geschrieben aus der Praxis unseres Hausmeisterdienstes in Berliner Wohnanlagen, Höfen und Gewerbeobjekten. Hinweise zu Recht, Steuern oder Sicherheit geben einen allgemeinen Überblick und ersetzen keine Beratung im Einzelfall.