Die meisten Kratzer im Parkett betreffen nur die Versiegelung aus Lack oder Öl an der Oberfläche und nicht das Holz selbst darunter. Solche oberflächlichen Schäden lassen sich mit Ausbesserungswachs, Reparaturlack oder speziellen Reparaturstiften unauffällig kaschieren, ohne dass gleich der gesamte Boden abgeschliffen und neu versiegelt werden müsste.

Wie tief reicht der Schaden: Versiegelung oder Holz?

Bevor mit der Ausbesserung begonnen wird, lohnt sich ein genauer Blick, wie tief der Kratzer tatsächlich reicht. Ein feiner, heller Kratzer, der sich nur bei bestimmtem Lichteinfall zeigt, betrifft meist ausschließlich die dünne Versiegelungsschicht. Ist dagegen bereits das Holz selbst sichtbar aufgeraut oder verfärbt, reicht der Schaden tiefer und erfordert unter Umständen ein leichtes Anschleifen vor der eigentlichen Ausbesserung. Bei geöltem Parkett zeigt sich ein Kratzer oft als helle, trockene Linie, da das Öl an dieser Stelle abgetragen wurde, während lackiertes Parkett eher glänzende Bereiche mit stumpfem Kratzer zeigt.

Schritt für Schritt: reinigen, Farbton wählen, polieren

  1. Fläche reinigen. Den betroffenen Bereich staubfrei und fettfrei reinigen, damit das Ausbesserungsmittel richtig haftet.
  2. Passenden Farbton wählen. Wachsstift, Reparaturlack oder Ausbesserungswachs in einem zur Holzfarbe passenden Ton auswählen und die Wirkung vorsichtshalber zunächst an einer verdeckten, unauffälligen Fläche ausprobieren.
  3. Bei geöltem Parkett Öl auftragen. Mit einem weichen Tuch etwas Pflegeöl dünn in den Kratzer einarbeiten, überschüssiges Öl nach kurzer Einwirkzeit abwischen.
  4. Bei lackiertem Parkett Reparaturlack auftragen. Mit dem beiliegenden feinen Pinsel den Kratzer vorsichtig und dünn ausfüllen, überschüssigen Lack sofort mit einem sauberen Tuch entfernen.
  5. Wachs einarbeiten. Bei Ausbesserungswachs das Material mit einem weichen Tuch oder der Fingerkuppe in den Kratzer einreiben und leicht polieren.
  6. Trocknen und aushärten lassen. Je nach Produkt einige Stunden bis über Nacht warten, bevor die Stelle wieder normal belastet wird.
  7. Nachpolieren. Mit einem trockenen, weichen Tuch die ausgebesserte Stelle vorsichtig auf Glanzgrad des umgebenden Bodens anpassen.

Mittel im Vergleich

Mittel Geeignet für Hinweis
Ausbesserungswachs (Stift oder Block) feine bis mittlere Kratzer breites Farbtonspektrum erhältlich
Reparaturlack lackiertes Parkett, tiefere Kratzer dünn auftragen, mehrfach statt einmal dick
Pflegeöl geöltes Parkett regelmäßige Anwendung beugt neuen Kratzern vor
Reparaturset mit mehreren Farbtönen Mischtöne bei individueller Holzfarbe erlaubt genaue Farbanpassung durch Mischen
Feines Schleifvlies tiefere Kratzer vor dem Ausbessern nur bei Bedarf, sehr vorsichtig verwenden
Typische Fehler beim Ausbessern von Parkettkratzern
  • Falscher Farbton gewählt, ohne vorherigen Test an unauffälliger Stelle
  • Zu viel Wachs oder Lack aufgetragen, dadurch entsteht ein sichtbarer Überstand
  • Geöltes Parkett mit Reparaturlack behandelt oder umgekehrt, wodurch die Oberfläche ungleichmäßig wirkt
  • Ausgebesserte Stelle zu früh stark belastet, bevor das Mittel vollständig ausgehärtet war

Helle, dunkle und gemaserte Holzarten

Nicht jedes Parkett verhält sich beim Ausbessern gleich. Helle Hölzer wie Ahorn oder Esche zeigen Kratzer optisch oft deutlicher als dunklere Hölzer wie Eiche oder Nussbaum, weshalb hier ein präzise getroffener Farbton besonders wichtig ist. Parkett mit starker natürlicher Maserung kaschiert kleinere Ausbesserungen dagegen von selbst etwas besser, da unregelmäßige Farbverläufe im Holz ohnehin zum Erscheinungsbild gehören. Bei sehr glatten, gleichmäßig gefärbten Industrieparkettböden fallen selbst kleinste Abweichungen im Farbton stärker auf als bei rustikalerem Landhausdielen-Parkett mit sichtbaren Ästen und Farbunterschieden.

Auch das Alter der vorhandenen Versiegelung spielt eine Rolle: Ein frisch versiegelter Boden hat einen kräftigeren Glanzgrad als ein mehrere Jahre alter, der durch UV-Einstrahlung und Nutzung bereits leicht nachgedunkelt oder mattiert ist. Beim Ausbessern älterer Böden lohnt es sich deshalb, das Ausbesserungsmittel eher etwas matter als zu glänzend zu wählen, da überschüssiger Glanz an der reparierten Stelle stärker auffällt als ein leicht zu matter Farbton.

Wann ein Abschleifen unumgänglich ist

Reicht ein Kratzer bis tief ins Holz, sind mehrere Kratzer auf engem Raum verteilt oder ist die Versiegelung großflächig abgenutzt, bringt punktuelles Ausbessern oft keine zufriedenstellende Optik mehr. In solchen Fällen ist ein professionelles Abschleifen und Neuversiegeln der betroffenen Fläche oder des gesamten Raumes die bessere Lösung, da einzelne kaschierte Stellen bei genauerem Hinsehen weiterhin sichtbar bleiben können. Auch bei sehr hochwertigem oder historischem Parkett in Altbauwohnungen lohnt sich vor eigenständigen Ausbesserungsversuchen eine fachliche Einschätzung, um den Wert des Bodens nicht ungewollt zu mindern. Bei aufwendig verlegtem Fischgrät- oder Tafelparkett mit klarem, sich wiederholendem Verlegemuster ist zusätzliche Vorsicht angebracht, da ein unpassend nachgeschliffener Bereich das gesamte Muster optisch empfindlich stören kann, sobald die Übergänge nicht ganz exakt zum umliegenden Muster passen.

Für Mieterinnen und Mieter zählen kleine Kratzer durch normale Wohnnutzung meist zur üblichen Abnutzung, die nicht gesondert ersetzt werden muss. Bei mutwilliger oder grob fahrlässiger Beschädigung sieht das anders aus; eine allgemeingültige Einschätzung ist ohne Blick auf den Einzelfall und den Mietvertrag nicht möglich.

In vermieteten Wohnungen mit Parkettböden übernehmen wir kleinere Ausbesserungen im Rahmen der Ausbesserungsarbeiten, etwa vor einer Wohnungsübergabe. Bei größeren Schäden empfehlen wir eine Einschätzung vor Ort, bevor über ein aufwendigeres Abschleifen entschieden wird. Gerade bei mehreren aufeinanderfolgenden Mieterwechseln in derselben Wohnung lohnt sich eine kurze Bestandsaufnahme des Bodenzustands direkt bei der Übergabe, damit spätere Streitfragen über die Ursache eines Schadens gar nicht erst entstehen.

Parkett vor der Übergabe auffrischen?

Wir bessern kleine Kratzer fachgerecht aus und beraten bei größeren Schäden.

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Kurz beantwortet

Wie finde ich den passenden Farbton für mein Parkett?

Am zuverlässigsten gelingt das mit einem Reparaturset, das mehrere Farbtöne zum eigenen Mischen enthält. So lässt sich der genaue Ton des eigenen Bodens meist deutlich besser treffen als mit einem einzelnen, bereits vorgefertigten Stift.

Kann ich Kratzer im Laminat genauso ausbessern wie im Parkett?

Für kleine Kratzer eignen sich ähnliche Ausbesserungswachse, allerdings ist die Oberflächenstruktur von Laminat oft anders, sodass das Ergebnis nicht immer ganz so unauffällig ausfällt wie bei echtem Holzparkett.

Wie lange sollte ich die ausgebesserte Stelle nicht begehen?

Je nach Produkt zwischen wenigen Stunden und einem ganzen Tag, die genaue Angabe steht auf der Verpackung des verwendeten Mittels.

Was tue ich bei tiefen Kratzern durch verschobene Möbel?

Hier hilft oft nur vorsichtiges, punktuelles Anschleifen vor dem eigentlichen Ausbessern. Bei sehr tiefen Rillen bleibt manchmal nur die fachliche Einschätzung, ob sich die Stelle noch kaschieren lässt oder größer nachbearbeitet werden muss.

Kann ich mehrere Kratzer in einem Arbeitsgang gemeinsam behandeln?

Ja, sofern sie im selben Raum liegen und zur selben Holzart gehören, lässt sich dieselbe angemischte Wachs- oder Lackmenge problemlos für mehrere Stellen nacheinander verwenden, was gegenüber vielen einzelnen Behandlungsterminen spürbar Zeit und Material spart.

Wie gehe ich mit Kratzern in stark beanspruchten Laufwegen um, etwa vor der Wohnungstür?

Solche Bereiche verkraften häufigere Ausbesserungen meist gut, da Wachs und Lack an stark begangenen Stellen ohnehin schneller wieder aufgefrischt werden müssen. Wer hier von vornherein einen etwas robusteren, matteren Versiegelungsgrad wählt, verringert die Sichtbarkeit neuer Kratzer im Alltag zusätzlich.

Beugt regelmäßiges Pflegen neuen Kratzern vor?

Ja, insbesondere bei geöltem Parkett hält eine regelmäßig gepflegte, intakte Oberfläche Kratzer besser ab als ein ausgetrockneter, ungepflegter Boden, der Feuchtigkeit und mechanische Belastung schlechter verträgt.

Helfen Filzgleiter unter Möbeln, künftige Kratzer zu vermeiden?

Ja, deutlich. Ein Großteil aller Parkettkratzer entsteht durch verschobene Stühle und Tische ohne Schutz an den Füßen. Filzgleiter oder kleine Kunststoffkappen unter allen Möbelbeinen verringern dieses Risiko spürbar und kosten im Vergleich zu einer Ausbesserung nur einen Bruchteil.

Ist ein professionelles Abschleifen teurer als mehrere Ausbesserungen über die Jahre?

Kurzfristig ja, langfristig gleicht sich das oft aus, da ein frisch geschliffener und versiegelter Boden über viele Jahre robust bleibt, während viele kleine Einzelausbesserungen mit der Zeit optisch unruhiger wirken können.

Wirken sich Fußbodenheizungen auf die Haltbarkeit von Ausbesserungen aus?

Ja, die zusätzliche Wärme und die geringere Luftfeuchtigkeit über einer Fußbodenheizung lassen manche Wachse etwas schneller austrocknen als auf ungeheizten Böden. Eine regelmäßige Nachkontrolle ausgebesserter Stellen ist hier daher besonders sinnvoll.

Muss ich vor dem Ausbessern die Heizung im Raum abstellen?

Nicht zwingend, allerdings verkürzt starke Wärme von unten die Verarbeitungszeit mancher Wachse und Lacke spürbar. Bei sehr warmen Räumen mit Fußbodenheizung kann ein kurzes Herunterregeln der Temperatur während der Arbeit die Verarbeitung erleichtern.

Über diesen Beitrag

Geschrieben aus der Praxis unseres Hausmeisterdienstes in Berliner Wohnanlagen, Höfen und Gewerbeobjekten. Hinweise zu Recht, Steuern oder Sicherheit geben einen allgemeinen Überblick und ersetzen keine Beratung im Einzelfall.