Ein Spinnennetz in der Kellerecke oder eine Spinne, die im Treppenhaus über die Wand läuft, löst bei vielen Menschen ein spontanes Unbehagen aus – gefährlich sind die heimischen Arten in Kellern und Treppenhäusern aber praktisch nie. Die meisten in Deutschland vorkommenden Spinnenarten sind für Menschen ungefährlich und übernehmen sogar eine nützliche Funktion, indem sie andere Insekten wie Mücken oder kleine Fliegen fressen. Ein normales Vorkommen einzelner Tiere ist deshalb kein Grund zur Sorge, sondern eher ein Zeichen für ein funktionierendes kleines Ökosystem im Keller.
Wenn der Anblick Unbehagen auslöst
Für manche Menschen ist der Anblick einer Spinne trotz objektiver Ungefährlichkeit mit spürbarem Unbehagen verbunden. In solchen Fällen helfen praktische Maßnahmen oft mehr als die reine Sachinformation: ein aufgeräumter, gut ausgeleuchteter Keller mit wenigen Verstecken wirkt für Betroffene deutlich entspannter als ein vollgestelltes, dunkles Abteil, unabhängig von der tatsächlichen Anzahl der Tiere.
Winkelspinne und Kellerspinne: die üblichen Arten
Im Berliner Kellerbereich begegnet man am häufigsten der Winkelspinne mit ihren langen Beinen und der Kellerspinne, die ihre charakteristischen, unordentlich wirkenden Netze in Ecken und an Deckenbalken spannt. Beide Arten sind völlig harmlos für Menschen und gehören zu den unauffälligsten, aber nützlichsten Bewohnern eines Kellers. Größere, auffälligere Exemplare wirken auf viele Menschen zwar eindrucksvoller, sind aber in aller Regel genauso ungefährlich wie ihre kleineren Verwandten.
Wenn die Zahl deutlich zunimmt
Interessant wird die Beobachtung von Spinnen vor allem dann, wenn ihre Zahl deutlich zunimmt. Da Spinnen sich von anderen Insekten ernähren, kann eine auffällig hohe Spinnendichte ein Hinweis darauf sein, dass im Keller reichlich andere Insekten vorkommen, etwa Silberfischchen oder kleine Fliegen. In solchen Fällen lohnt es sich, nicht die Spinnen selbst, sondern deren Nahrungsquelle genauer zu untersuchen.
Schritt für Schritt: Bestand einschätzen, Ursache suchen
- Bestand einschätzen. Prüfen Sie, ob es sich um ein normales, überschaubares Vorkommen handelt oder um eine auffällig hohe Zahl an Tieren und Netzen.
- Ursache suchen. Kontrollieren Sie, ob andere Insekten im Keller reichlich Nahrung bieten, etwa durch Feuchtigkeit oder gelagerte Lebensmittel.
- Netze regelmäßig entfernen. Ein gelegentliches Absaugen von Netzen und Eikokons hält die Zahl der Tiere spürbar niedrig.
- Beleuchtung anpassen. Insekten und damit indirekt Spinnen werden von hellem Licht angezogen; gedämpftes oder bewegungsgesteuertes Licht reduziert den Zulauf.
- Feuchtigkeit senken. Ein trockener, gut belüfteter Keller bietet weniger Lebensraum für Spinnen und ihre Beutetiere.
- Insektizide großflächig im Keller einsetzen, obwohl die meisten Spinnenarten harmlos und sogar nützlich sind.
- Netze mit bloßer Hand entfernen, ohne auf mögliche andere Insekten in der Nähe zu achten.
- Bei einer Begegnung in Panik geraten – ein ruhiges Verhalten reicht in nahezu allen Fällen völlig aus.
Heimische Bisse: allenfalls leichte Hautreizung
In Deutschland gibt es keine heimische Spinnenart, deren Biss für gesunde Erwachsene eine ernsthafte Gefahr darstellt; allenfalls eine leichte, kurzfristige Hautreizung ist möglich. Eingeschleppte, tropische Arten aus importierten Waren sind eine seltene Ausnahme und sollten im Zweifel fachlich bestimmt werden, statt sie selbst anzufassen.
Wann eine genauere Prüfung sinnvoll ist
Steigt die Zahl der Spinnen im Keller innerhalb kurzer Zeit auffällig an oder finden sich sehr viele Netze in einem einzelnen Bereich, kann es sich lohnen, gezielt nach der eigentlichen Ursache zu suchen – häufig ein anderer Insektenbefall oder ein Feuchtigkeitsproblem, das ohnehin behoben werden sollte.
Welche Kellerarten besonders betroffen sind
In alten, unbeheizten Kellerabteilen mit Naturstein- oder Ziegelwänden finden Spinnen naturgemäß mehr Ritzen und Nischen als in modern sanierten, glatt verputzten Kellern. Auch schlecht schließende Kellerfenster oder Lichtschächte ohne Gitter begünstigen den Zuzug von außen. Ein Blick auf die Bausubstanz erklärt daher oft schon, warum ein Kellerabteil deutlich mehr Spinnen aufweist als das Nachbarabteil im selben Haus.
Netze als Hinweis auf Insektenvorkommen
Die Form und Dichte von Spinnennetzen kann selbst Hinweise auf die Insektenlage im Keller geben: Viele kleine, dicht beieinander liegende Netze deuten oft auf ein größeres Angebot an Kleininsekten hin, während ein einzelnes, großes Netz eher auf ein vereinzeltes, etabliertes Tier schließen lässt. Diese Beobachtung kann helfen, gezielter einzuschätzen, ob weitere Ursachenforschung überhaupt nötig ist.
Jahreszeitliche Häufung im Herbst
Im Spätsommer und Herbst begegnet man Spinnen im Keller und Treppenhaus besonders häufig, da viele Arten in dieser Zeit ausgewachsen sind, aktiv auf Partnersuche gehen und dadurch sichtbarer werden als in den Monaten zuvor. Dieses saisonale Muster ist völlig normal und kein Hinweis auf ein plötzliches Problem, sondern schlicht Teil des natürlichen Lebenszyklus der meisten heimischen Spinnenarten.
Nützliche Rolle im ökologischen Gleichgewicht
Spinnen regulieren auf natürliche Weise die Zahl anderer Insekten im Keller, ohne dass dafür chemische Mittel nötig wären. Wer versucht, Spinnen vollständig aus dem Keller zu verbannen, riskiert paradoxerweise, dass sich andere, weniger erwünschte Insekten ungestörter vermehren können. Ein moderates Vorkommen einzelner Tiere ist deshalb aus fachlicher Sicht eher zu begrüßen als zu bekämpfen.
Unser Beitrag bei Kellerpflege und Begehung
Im Rahmen der Kellerpflege entfernen wir Netze und alte Kokons regelmäßig mit und achten auf Anzeichen für andere Insekten, die den Spinnenbestand erklären könnten. Bei unseren Objektbegehungen notieren wir einen auffällig hohen Bestand mit Datum, damit sich der Verlauf über mehrere Begehungen vergleichen lässt. Feuchtigkeitsquellen im Kellerbereich, etwa undichte Leitungen, erfassen wir zusätzlich über die Haustechnik-Kontrolle, verstopfte Dachrinnen, die zu Feuchtigkeit im Gebäude beitragen können, beheben wir über die Dachrinnenreinigung.
Häufige Fragen
Sind Spinnen im Keller gefährlich?
Nein, die heimischen Arten sind für Menschen praktisch ungefährlich und sogar nützlich, weil sie andere Insekten fressen.
Warum sind plötzlich so viele Spinnen im Keller?
Meist, weil dort reichlich andere Insekten als Nahrung vorkommen – ein Hinweis, die eigentliche Ursache zu prüfen.
Wie reduziere ich die Zahl der Spinnen sanft?
Netze regelmäßig entfernen, Beleuchtung anpassen und Feuchtigkeit im Keller senken, statt Insektizide einzusetzen.
Muss ich eine einzelne Spinne im Keller entfernen?
Nein, ein einzelnes Tier ist unbedenklich und trägt eher zu einem ausgewogenen kleinen Ökosystem im Keller bei.
Warum hat mein Kellerabteil mehr Spinnen als das Nachbarabteil?
Meist wegen der Bausubstanz: alte, unverputzte Wände und undichte Fenster bieten mehr Ritzen und Zugänge als sanierte Bereiche.
Sollte ich Spinnen komplett aus dem Keller verbannen?
Nicht unbedingt, da sie andere Insekten auf natürliche Weise in Schach halten und so indirekt nützlich sind.
Warum sehe ich im Herbst plötzlich mehr Spinnen?
Weil viele Arten dann ausgewachsen sind und aktiv auf Partnersuche gehen, wodurch sie sichtbarer werden als zuvor.
Kann ich mich an eine Spinnenangst gewöhnen?
Ein aufgeräumter, gut beleuchteter Keller mit wenigen Verstecken wirkt für viele Betroffene bereits spürbar entspannender.
Sind größere Spinnenarten gefährlicher als kleine?
Nein, die Größe sagt nichts über die Gefährlichkeit aus; heimische Arten sind unabhängig davon praktisch ungefährlich.
Bauen alle Spinnen im Keller sichtbare Netze?
Nein, manche Arten jagen aktiv ohne Netz und fallen deshalb seltener durch sichtbare Spuren auf.
Kommen Spinnen aus dem Abfluss ins Bad?
Eher selten der eigentliche Zugangsweg; häufiger gelangen sie über Fenster, Türen oder Kellerlichtschächte ins Haus.
Sollte ich Spinnennetze regelmäßig absaugen?
Das kann sinnvoll sein, um die Zahl der Tiere zu begrenzen, ohne sie gezielt zu bekämpfen.
Sind Kellerspinnen häufiger als Winkelspinnen?
Das hängt vom jeweiligen Gebäude ab; beide Arten kommen in Berliner Kellern regelmäßig gemeinsam vor.
Sind Spinnen im Keller ganzjährig aktiv?
Weitgehend ja, mit einem saisonalen Höhepunkt im Spätsommer und Herbst während der Partnersuche.
Gibt es giftige Spinnenarten in Berliner Kellern?
Praktisch nicht in relevantem Maße; heimische Arten stellen für Menschen kein nennenswertes Gesundheitsrisiko dar.
Ändert sich das Spinnenaufkommen nach einer Sanierung?
Häufig ja, da modernisierte, glatt verputzte Wände deutlich weniger Ritzen und Verstecke bieten als vorher.
Über diesen Beitrag
Geschrieben aus der Praxis unseres Hausmeisterdienstes in Berliner Wohnanlagen, Höfen und Gewerbeobjekten. Hinweise zu Recht, Steuern oder Sicherheit geben einen allgemeinen Überblick und ersetzen keine Beratung im Einzelfall.




