Unkraut in Pflasterfugen entfernen Sie am wirksamsten mechanisch: mit Fugenkratzer, Fugenbürste oder einem Fugenreiniger-Aufsatz für den Besen, gefolgt vom Nachfüllen mit feinem Fugensand. Auf versiegelten Flächen wie Gehwegen, Höfen und Einfahrten ist der Einsatz von Herbiziden nach dem Pflanzenschutzgesetz nicht erlaubt, auch nicht in kleinen Mengen aus dem Baumarkt. Wer regelmäßig kehrt und die Fugen geschlossen hält, verhindert neuen Bewuchs am wirksamsten.

Warum ausgerechnet Pflasterfugen so anfällig sind, liegt an ihrer Beschaffenheit: Feiner Fugensand, etwas organisches Material und genug Licht reichen Wildkräutern wie Löwenzahn, Vogelmiere oder Moos, um zu keimen. Je breiter und tiefer die Fugen, desto mehr Angriffsfläche bieten sie. In Berlin begünstigen milde, feuchte Frühjahre und der lockere Fugensand vieler älterer Hofpflasterungen den Bewuchs zusätzlich, besonders dort, wo Regenwasser aus einer nahen Dachrinne regelmäßig auf dieselbe Stelle trifft.

Warum chemische Mittel auf Pflaster tabu sind

Das Pflanzenschutzgesetz untersagt die Anwendung von Herbiziden auf befestigten, versiegelten Flächen wie Gehwegen, Hofeinfahrten und Terrassen, weil die Wirkstoffe über Regen und Kanalisation ungefiltert in Gewässer gelangen können. Das gilt unabhängig davon, ob die Fläche privat oder gewerblich genutzt wird, und unabhängig von der eingesetzten Menge. Zuwiderhandlungen können als Ordnungswidrigkeit geahndet werden. Wer sich unsicher ist, ob eine Fläche als versiegelt gilt, erhält bei der zuständigen Pflanzenschutzbehörde eine verbindliche Auskunft; die folgenden Hinweise fassen nur die gängige Praxis zusammen und ersetzen keine rechtliche Prüfung im Einzelfall.

Fugenunkraut mechanisch lösen und Fugen neu verfüllen

  1. Bestand erfassen: Fugen abgehen und feststellen, wo sich Unkraut, Moos oder loser Fugensand konzentriert.
  2. Mechanisch lösen: Mit Fugenkratzer, Fugeneisen oder elektrischer Fugenbürste das Kraut samt Wurzel herausarbeiten.
  3. Reste entfernen: Ausgerissenes Grün und losen Sand zusammenkehren und entsorgen, damit sich nichts erneut absetzt.
  4. Fugen neu verfüllen: Trockenen, feinkörnigen Fugensand einkehren und leicht einschlämmen, das verdichtet die Fuge.
  5. Thermisch nacharbeiten: Bei hartnäckigen Stellen kann ein Heißwasser- oder Abflammgerät helfen, das Unkraut oberirdisch abzutöten – Wurzeln bleiben aber oft erhalten.
  6. Kontrollrhythmus festlegen: Fugen alle vier bis sechs Wochen in der Wachstumsperiode kurz kontrollieren und nachbessern, bevor sich Kraut festsetzt.

Methoden im Vergleich

Methode Wirkung Aufwand Hinweis
Fugenkratzer, Handarbeit Sehr gründlich, mit Wurzel Hoch bei großen Flächen Am besten bei feuchtem Boden
Elektrische Fugenbürste Schnell, gleichmäßig Mittel Für regelmäßige Fugen gut geeignet
Abflammgerät Oberirdisch wirksam Mittel, wiederkehrend nötig Nur auf unbedenklichem Untergrund, Brandschutz beachten
Fugensand-Erneuerung Vorbeugend Einmalig, dann Kontrolle Wirkt am besten in Kombination mit Kehren
Herbizide Nicht erlaubt auf versiegelten Flächen – Verstoß gegen das Pflanzenschutzgesetz
Häufige Fehler
  • Herbizide aus dem Baumarkt auf Hofpflaster einsetzen – auf versiegelten Flächen gesetzlich nicht zulässig
  • Nur die oberirdischen Pflanzenteile abreißen, die Wurzel bleibt und treibt erneut aus
  • Fugen nach dem Entfernen offen lassen, statt neuen Sand einzukehren
  • Abflammgeräte in Nähe von Hecken, Fahrrädern oder brennbarem Material ohne Sicherheitsabstand einsetzen

Neben der reinen Entfernung hilft vorbeugendes Verhalten: Wer die Hoffläche regelmäßig kehrt, entzieht Unkrautsamen die Möglichkeit, überhaupt erst Fuß zu fassen. Auch das rechtzeitige Nachfüllen von Fugensand nach jeder Reinigung mit dem Hochdruckreiniger verhindert, dass offene, sandarme Fugen zur Einladung werden, wie im Beitrag zur schonenden Pflasterreinigung näher beschrieben. Auf Rasengittersteinen oder wassergebundenen Wegedecken ist etwas Bewuchs kaum vollständig zu vermeiden; dort hilft regelmäßiges Ausmähen mehr als aufwendiges Kratzen zwischen den Steinen.

Ein oft unterschätzter Faktor ist die Jahreszeit: Im zeitigen Frühjahr, wenn der Boden noch feucht und weich ist, lässt sich Wurzelunkraut deutlich leichter komplett herausziehen als im ausgetrockneten Hochsommer, wenn die Erde hart wie Beton ist. Wer die erste Behandlung des Jahres früh genug einplant, spart sich damit über die Saison hinweg spürbar Aufwand bei den folgenden Kontrollen.

Bei größeren Hofflächen, mehreren Aufgängen oder Gewerbeeinfahrten lohnt sich meist ein fester Pflegeturnus statt sporadischer Einzelaktionen. Hausmeister RAT übernimmt die mechanische Fugenpflege als festen Bestandteil der Hof- und Wegepflege und hält den Zustand nach jedem Einsatz mit Bildern fest, sodass Verwaltungen und Eigentümer jederzeit nachvollziehen können, wann zuletzt nachgearbeitet wurde. Ergänzend bieten wir die Unkrautentfernung auch für Beete und Rasenkanten an, damit die gesamte Außenfläche ein einheitliches Bild abgibt. Eine kostenlose Einschätzung zum passenden Rhythmus für Ihr Objekt erhalten Sie über Kontakt.

Sicherheit spielt auch hier eine Rolle: Wird mit einem Abflammgerät gearbeitet, ist auf ausreichenden Abstand zu Hecken, geparkten Fahrrädern und Mülltonnen zu achten, damit kein Brand entsteht. Nach starkem Regen sollte auf offene Flammen ohnehin verzichtet werden, da die Wirkung dann ausbleibt und die Flächen zusätzlich rutschig sind. Wer stattdessen mit heißem Wasser arbeitet, sollte Spritzer auf Haut und Kleidung vermeiden und geschlossenes Schuhwerk tragen.

Auch die Wahl des Fugensands beeinflusst, wie schnell neues Unkraut Fuß fasst. Sehr feiner, mit organischem Material durchsetzter Sand bietet Samen bessere Keimbedingungen als gewaschener, mineralischer Fugensand mit gleichmäßiger Körnung. Wer beim Nachverfüllen auf hochwertiges Material achtet, reduziert den Pflegeaufwand für die kommenden Monate spürbar, ohne dafür zusätzliche Mittel einsetzen zu müssen. Bei besonders unkrautanfälligen Bereichen, etwa an sonnigen Südwänden mit viel Wärme, kann es sinnvoll sein, in den Sommermonaten eine zusätzliche Kontrolle einzuschieben und im Herbst wieder zum gewohnten, selteneren Rhythmus zurückzukehren.

Häufige Fragen

Warum darf ich kein Unkrautvernichtungsmittel auf meinem Hofpflaster benutzen?

Weil das Pflanzenschutzgesetz die Anwendung von Herbiziden auf versiegelten, befestigten Flächen verbietet. Die Wirkstoffe könnten sonst über Regenwasser ungehindert in die Kanalisation und weiter in Gewässer gelangen.

Wie oft muss ich Fugen von Unkraut befreien?

In der Wachstumsperiode von Frühjahr bis Herbst reicht meist eine Kontrolle alle vier bis sechs Wochen, im Winter ist deutlich weniger Aufwand nötig, da Kälte das Wachstum von selbst bremst.

Hilft kochendes Wasser gegen Fugenunkraut?

Heißes Wasser tötet die oberirdischen Pflanzenteile ab, erreicht tiefer liegende Wurzeln aber oft nicht vollständig, sodass mehrfaches Nachbehandeln nötig bleibt.

Was tun bei sehr breiten, alten Fugen mit viel Bewuchs?

Hier hilft meist nur, den alten Fugensand komplett auszukratzen, gründlich zu reinigen und neu zu verfüllen, statt punktuell nachzuarbeiten.

Lohnt sich ein professioneller Fugenpflege-Vertrag?

Bei großen Hofflächen oder mehreren Objekten spart ein fester Turnus spürbar Zeit und verhindert zuverlässig, dass sich Unkraut über Jahre hinweg unbemerkt festsetzt.

Gilt das Herbizidverbot auch für kleine Privatflächen?

Ja, die Regelung unterscheidet nicht zwischen großen Gewerbehöfen und kleinen privaten Einfahrten, solange die Fläche versiegelt ist.

Wächst Unkraut in neu verfugten Fugen langsamer nach?

In der Regel ja, da frischer, fest eingeschlämmter Fugensand weniger Angriffsfläche für Samen bietet als alter, ausgewaschener Sand mit kleinen Hohlräumen.

Kann ich Unkrautvlies unter dem Pflaster nachträglich einbauen?

Nachträglich ist das nur möglich, wenn das Pflaster ohnehin aufgenommen und neu verlegt wird. Bei einer reinen Fugenpflege bleibt das darunterliegende Vlies unberührt, hier hilft ausschließlich die regelmäßige Kontrolle der Fugen selbst.

Macht ein Splittbett unter dem Pflaster die Fugenpflege überflüssig?

Nein, ein gut verdichtetes Splittbett verbessert vor allem die Entwässerung und Standfestigkeit der Steine, verhindert aber nicht, dass sich in den offenen Fugen selbst wieder Samen ansiedeln. Die eigentliche Fugenoberfläche bleibt deshalb weiterhin regelmäßig zu kontrollieren, unabhängig davon, wie sorgfältig der Unterbau einmal ausgeführt wurde.

Gibt es Jahreszeiten, in denen sich Fugenunkraut besonders schnell ausbreitet?

Feuchtwarme Phasen im späten Frühjahr und frühen Sommer begünstigen die Keimung am stärksten. In heißen, trockenen Hochsommerwochen und im Winter verlangsamt sich das Wachstum spürbar, sodass sich Kontrollen in dieser Zeit seltener lohnen.

Hilft es, Fugen breiter oder schmaler auszuführen?

Schmalere, dicht verfüllte Fugen bieten weniger Angriffsfläche für Samen als breite Fugen mit viel offenem Sand. Bei einer Neuverlegung lohnt es sich daher, auf eine enge, sauber verdichtete Fugenausführung zu achten, statt nachträglich immer wieder gegen den Bewuchs anzukämpfen.

Über diesen Beitrag

Geschrieben aus der Praxis unseres Hausmeisterdienstes in Berliner Wohnanlagen, Höfen und Gewerbeobjekten. Hinweise zu Recht, Steuern oder Sicherheit geben einen allgemeinen Überblick und ersetzen keine Beratung im Einzelfall.