Während Eingangstüren meist im Blick von Bewohnenden, Nachbarschaft und Straße liegen, sind Kelleraußentüren, Hoftore und rückwärtige Nebeneingänge oft abgeschieden und schlecht einsehbar – genau das macht sie für Einbrecher interessant. Ein paar gezielte Maßnahmen verbessern die Sicherheit spürbar, ohne dass gleich das ganze Gebäude umgerüstet werden muss.

Abseits der Straße: schlecht einsehbar, schwächer gesichert

Der Haupteingang eines Hauses liegt meist an der belebten Straßenseite, wird von vorbeigehenden Passanten eingesehen und ist entsprechend oft solide gesichert. Kellerabgänge, rückwärtige Höfe und Nebeneingänge liegen dagegen häufig abseits, sind schlechter einsehbar und werden bei der Erstausstattung eines Gebäudes manchmal mit geringerem Aufwand ausgestattet als die repräsentative Vorderfront. Genau diese Kombination aus geringer Einsehbarkeit und schwächerer Sicherung macht solche Bereiche für unbefugten Zutritt interessanter, als es auf den ersten Blick scheint.

Wo die Schwachstellen typischerweise liegen

Bei Begehungen zeigen sich in Berliner Mehrfamilienhäusern und Gewerbehöfen häufig ähnliche Muster: Kellerfenster ohne Gitter oder Sicherheitsverglasung, Kellertüren mit einfachem Zylinderschloss ohne Zusatzsicherung, Hoftore, die aus Bequemlichkeit dauerhaft unverschlossen bleiben, sowie dunkle, uneinsehbare Ecken an Nebeneingängen ohne Beleuchtung.

Maßnahmen, die spürbar etwas bringen

  1. Einbruchhemmende Beschläge und Schließzylinder an Keller- und Nebeneingangstüren nachrüsten, statt nur die sichtbare Haupttür zu sichern.
  2. Kellerfenster sichern, etwa durch abschließbare Fenstergriffe oder stabile Gitter, sofern Brandschutz- und Fluchtwegvorgaben das zulassen.
  3. Hoftore konsequent verschließen und Schlüssel nur an berechtigte Personen ausgeben, statt Zugangscodes oder Schlüssel unkontrolliert weiterzureichen.
  4. Beleuchtung an dunklen Ecken nachrüsten, idealerweise mit Bewegungsmelder – mehr dazu im Beitrag zur Außenbeleuchtung.
  5. Sichtachsen freihalten: hochgewachsene Hecken oder Gerümpel direkt am Nebeneingang bieten ungewollten Sichtschutz für Unbefugte.
  6. Schlüsselverwaltung ordnen: Wer hat welchen Schlüssel, und wird das bei Mieterwechsel oder Kündigung angepasst?
Kurzer Rundgang für mehr Sicherheit
  • Sind alle Keller- und Nebeneingänge tatsächlich verschlossen?
  • Gibt es einbruchhemmende Beschläge an schwach gesicherten Türen?
  • Ist der Bereich um Hoftor und Nebeneingang ausreichend beleuchtet?
  • Verdecken Sträucher oder Gerümpel die Sicht auf den Eingang?
  • Ist die Liste der Schlüsselinhaber aktuell?

Was baulich möglich ist – und was Fachbetriebe übernehmen

Einfache Nachrüstungen wie ein zusätzliches Schließblech, ein stabilerer Riegel oder eine neue Beleuchtung lassen sich oft im Rahmen der laufenden Betreuung umsetzen. Umfangreichere Maßnahmen wie der Austausch kompletter Schließanlagen, der Einbau einbruchhemmender Fenster nach anerkannter Widerstandsklasse oder eine Video- beziehungsweise Alarmtechnik gehören in die Hände spezialisierter Fachbetriebe, die die jeweiligen Vorgaben und Normen im Detail kennen.

Häufige Versäumnisse
  • Hoftor wird tagsüber offen gelassen, weil das Zuschließen "nur für Minuten" lästig erscheint
  • Ausgeschiedene Mieter oder ehemalige Dienstleister behalten unbemerkt Schlüssel
  • Kellerfenster bleiben zur Belüftung dauerhaft gekippt, auch nachts
  • Neue Beleuchtung wird angeschafft, aber der alte Bewegungsmelder nie ausgetauscht

Wie sich Einbrecher tatsächlich Zugang verschaffen

Statistisch betrachtet nutzen Einbrecher meist den Weg des geringsten Widerstands: eine unverschlossene Tür, ein gekipptes Fenster oder ein schlecht gesicherter Nebeneingang sind attraktiver als ein aufwendig zu überwindendes Hindernis. Zeitdruck spielt dabei eine wichtige Rolle – viele Einbruchsversuche werden abgebrochen, wenn der Zugang länger als erwartet dauert oder unerwartet Geräusche oder Licht auffallen. Genau deshalb wirken einfache, aber konsequent umgesetzte Maßnahmen oft besser als eine einzelne, teure Einzellösung.

Was sich bereits mit kleinem Budget verbessern lässt

Nicht jede Verbesserung erfordert eine große Investition. Ein zusätzliches Schließblech, eine nachgerüstete Türkette, eine günstige Bewegungsmelderleuchte oder das konsequente Verschließen bislang offen gelassener Zugänge kosten wenig, verbessern die Situation aber oft spürbar. Solche kleinen Schritte lassen sich meist kurzfristig und ohne aufwendige Planung umsetzen und bilden eine sinnvolle Grundlage, bevor größere Maßnahmen angegangen werden.

Unterschied zwischen mechanischer und elektronischer Sicherung

Mechanische Maßnahmen wie einbruchhemmende Schließzylinder, stabile Beschläge oder abschließbare Fenstergriffe bilden die Basis jeder sinnvollen Absicherung, da sie unabhängig von Strom oder Technik funktionieren. Elektronische Ergänzungen wie Bewegungsmelder-Beleuchtung, Alarmanlagen oder Kameras können diesen Basisschutz sinnvoll ergänzen, ersetzen ihn aber nicht. Eine Kombination aus solider mechanischer Grundsicherung und punktuell eingesetzter Technik erzielt in der Praxis meist den besten Effekt für das eingesetzte Budget.

Sichtkontrolle als erster, kostengünstiger Schritt

Bevor größere Investitionen anstehen, lohnt sich meist zunächst eine ehrliche Bestandsaufnahme: Welche Schwachstelle lässt sich mit überschaubarem Aufwand selbst beheben, etwa ein defektes Schloss oder eine fehlende Glühbirne, und wo braucht es tatsächlich eine größere bauliche Maßnahme? Diese Priorisierung hilft, das Budget gezielt dort einzusetzen, wo es den größten Sicherheitsgewinn bringt, statt wahllos in einzelne Komponenten zu investieren.

Was wir bei Begehungen konkret erledigen

Bei der laufenden Objektbegehung gehören Keller- und Nebeneingänge fest zu unserer Prüfroutine, offensichtliche Schwachstellen melden wir zeitnah an die Hausverwaltung zurück. Kleinere Nachrüstungen an Türen, Schlössern und Schließanlagen sowie an der Beleuchtung erledigen unsere Mitarbeitenden direkt vor Ort, größere sicherheitstechnische Maßnahmen stimmen wir mit einer spezialisierten Fachfirma ab. Eine geordnete Schlüsselverwaltung mit Schlüsseljournal und Vier-Augen-Prinzip gehört ebenfalls zu unserem Leistungsspektrum und schafft Nachvollziehbarkeit darüber, welche Person zu welchem Zeitpunkt Zugang zu einem bestimmten Bereich erhalten hat.

Häufige Fragen

Reicht ein normales Vorhängeschloss am Hoftor aus?

Ein einfaches Vorhängeschloss ist besser als kein Schloss, bietet aber meist weniger Widerstand als ein fest verbautes, einbruchhemmendes Schließsystem. Für dauerhaft genutzte Zugänge lohnt eine hochwertigere Lösung.

Wer ist für die Sicherung von Gemeinschaftsflächen wie Keller und Hof zuständig?

Diese Aufgabe liegt meist bei der Eigentümerseite oder der von ihr beauftragten Hausverwaltung, die für Instandhaltung und Sicherheit der Gemeinschaftsflächen insgesamt verantwortlich zeichnet.

Bringt eine Kamera am Hintereingang wirklich mehr Sicherheit?

Kameras können abschreckend wirken und im Schadensfall bei der Aufklärung helfen, unterliegen aber datenschutzrechtlichen Vorgaben, die vor der Installation geklärt werden sollten.

Was tun, wenn ein Nachbar den Hauseingang dauerhaft offen lässt?

Ein freundliches Gespräch hilft oft schon. Bei wiederkehrenden Problemen kann die Hausverwaltung informiert werden, etwa um einen automatischen Türschließer nachzurüsten.

Wie oft sollte die Schlüsselverwaltung eines Hauses aktualisiert werden?

Am besten bei jedem Mieterwechsel, jeder Kündigung eines Dienstleisters und mindestens einmal jährlich im Rahmen einer allgemeinen Überprüfung. So bleibt jederzeit nachvollziehbar, wer tatsächlich noch berechtigten Zugang zu welchem Bereich des Gebäudes besitzt.

Sind Alarmanlagen für Mehrfamilienhäuser sinnvoll?

Für Gemeinschaftsbereiche wie Keller oder Hof eher selten üblich, da viele verschiedene Personen berechtigten Zugang haben. Für einzelne, besonders schützenswerte Bereiche wie einen Fahrradabstellraum oder ein Technikraum kann eine punktuelle Lösung dagegen sinnvoll sein.

Was kostet eine Nachrüstung einbruchhemmender Beschläge ungefähr?

Das hängt stark von Tür- beziehungsweise Fenstertyp, Zustand und gewünschtem Sicherheitsniveau ab. Eine verlässliche Einschätzung liefert am ehesten ein Angebot einer Fachfirma oder unserer Mitarbeitenden nach einer kurzen, unverbindlichen Begutachtung direkt vor Ort im Objekt.

Reicht eine gute Beleuchtung allein schon als Einbruchschutz?

Beleuchtung allein ersetzt keine mechanische Sicherung, wirkt aber ergänzend abschreckend und erleichtert das rechtzeitige Erkennen ungewöhnlicher Vorgänge. Am wirksamsten ist die Kombination aus solider Technik an Türen und Fenstern sowie durchdachter Beleuchtung.

Sollten Kellerabteile zusätzlich einzeln gesichert werden?

Das kann sinnvoll sein, insbesondere wenn dort Wertgegenstände gelagert werden. Ein stabiles Vorhängeschloss oder ein Gitterelement am eigenen Abteil ergänzt die allgemeine Absicherung des Kellerzugangs und verringert zusätzlich das Risiko innerhalb des Hauses.

Was mache ich bei einem tatsächlich entdeckten Einbruchsversuch?

Zunächst die Polizei über den Notruf 110 informieren und, sofern irgend möglich, Spuren am Tatort unberührt lassen, damit eine spätere Untersuchung nicht unnötig erschwert wird. Erst danach sollte die beschädigte Stelle vorläufig gesichert und die zuständige Hausverwaltung umgehend informiert werden, damit die endgültige Reparatur zeitnah folgen kann.

Wie schnell lässt sich eine beschädigte Tür nach einem Einbruchsversuch wieder sichern?

Eine provisorische Sicherung, etwa durch eine stabile Notverriegelung, lässt sich meist kurzfristig herstellen, während die endgültige Reparatur je nach Schaden und Materialverfügbarkeit etwas mehr Zeit in Anspruch nehmen kann, bevor der Originalzustand vollständig wiederhergestellt ist.

Über diesen Beitrag

Geschrieben aus der Praxis unseres Hausmeisterdienstes in Berliner Wohnanlagen, Höfen und Gewerbeobjekten. Hinweise zu Recht, Steuern oder Sicherheit geben einen allgemeinen Überblick und ersetzen keine Beratung im Einzelfall.