Ein Notdienst-Aushang im Hausflur listet knapp und gut sichtbar die wichtigsten Kontakte für Notfälle wie Wasserschaden, Stromausfall oder Heizungsausfall auf, ergänzt um die allgemeinen Notrufnummern und den zuständigen Ansprechpartner der Hausverwaltung. Er gehört zu den einfachsten, aber wirkungsvollsten Maßnahmen, um Bewohnern im Ernstfall schnelle Orientierung zu geben, statt sie in der Aufregung nach Telefonnummern suchen zu lassen.
Im Notfall keine Minute mit Suchen verlieren
Im Notfall zählt Zeit: Wer erst lange nach der richtigen Telefonnummer suchen muss, verliert wertvolle Minuten. Ein Aushang im Hausflur, idealerweise nahe dem Klingeltableau oder Briefkastenbereich, sorgt dafür, dass jeder Bewohner die wichtigsten Kontakte sofort findet – auch neue Mieter, die die Zuständigkeiten im Haus noch nicht kennen.
Der Unterschied zu einer allgemeinen Hausordnung
Ein Notdienst-Aushang wird gelegentlich mit der allgemeinen Hausordnung verwechselt, erfüllt aber einen völlig anderen Zweck: Während die Hausordnung das geordnete Zusammenleben im Alltag regelt, dient der Notdienst-Aushang ausschließlich der schnellen Orientierung im Ausnahmefall. Beide Dokumente können nebeneinander bestehen, sollten aber räumlich und inhaltlich klar getrennt bleiben, damit im Ernstfall keine Zeit mit dem Suchen der richtigen Information verloren geht.
Vom groben Konzept zur konkreten Umsetzung
Bevor ein Aushang gestaltet wird, lohnt sich eine kurze Bestandsaufnahme: Welche Notfälle sind im konkreten Objekt tatsächlich realistisch, welche Kontakte gibt es bereits, und wer ist für deren Aktualität verantwortlich? Diese Klärung im Vorfeld verhindert, dass der Aushang später überladen wirkt oder wichtige Informationen fehlen, weil sie schlicht vergessen wurden.
Diese Kontakte gehören darauf
- Allgemeine Notrufnummern: Feuerwehr und Rettungsdienst, Polizei
- Ansprechpartner der Hausverwaltung für allgemeine Anliegen während der Geschäftszeiten
- Kontakt für Notdienst außerhalb der Geschäftszeiten, sofern ein solcher vereinbart ist
- Hinweis auf zuständige Fachbetriebe bei speziellen Notfällen, etwa Gasgeruch
- Datum der letzten Aktualisierung, damit erkennbar bleibt, ob die Angaben noch aktuell sind
- klare Struktur: erst allgemeine Notrufnummern, dann objektspezifische Kontakte
- große, gut lesbare Schrift, idealerweise mit Piktogrammen
- fest angebracht, nicht lose oder leicht entfernbar
- regelmäßig auf Aktualität geprüft
Zusammenspiel mit dem Bewohnerservice
Ein gepflegter Notdienst-Aushang ist Teil eines umfassenderen Bewohnerservices: Wer als Ansprechpartner klar erreichbar ist und diese Erreichbarkeit ehrlich kommuniziert, schafft Vertrauen, das über den reinen Notfall hinausreicht. Bewohner, die wissen, an wen sie sich in dringenden Fällen wenden können, wenden sich häufig auch bei kleineren Anliegen eher an die richtige Stelle, statt Probleme unnötig eskalieren zu lassen.
Nur Notfallrelevantes, keine Müllabfuhrtermine
Ein Notdienst-Aushang sollte sich auf wirklich notfallrelevante Informationen beschränken. Allgemeine Hinweise zur Hausordnung, Müllabfuhrtermine oder Vereinsankündigungen gehören auf ein separates schwarzes Brett, damit der Notfall-Aushang übersichtlich und im Ernstfall schnell erfassbar bleibt.
Tabelle: typische Gliederung von oben nach unten
| Bereich | Inhalt |
|---|---|
| Oben | Feuerwehr, Rettungsdienst, Polizei |
| Mitte | Ansprechpartner Hausverwaltung, Erreichbarkeit |
| Unten | Notdienst-Kontakt außerhalb der Geschäftszeiten |
| Fußzeile | Datum der letzten Aktualisierung |
Material und Anbringung
Ein Aushang sollte witterungsbeständig und dauerhaft lesbar sein, auch wenn er in einem ungeheizten Treppenhaus hängt. Laminierte Ausdrucke oder eine feste Plexiglashülle schützen vor Feuchtigkeit und verhindern, dass die Schrift mit der Zeit verblasst. Eine feste Verschraubung statt loser Klebestreifen sorgt zusätzlich dafür, dass der Aushang nicht versehentlich abfällt oder von Unbefugten entfernt wird.
Bereitschaft „nach Vereinbarung“ ehrlich kommunizieren
Nicht jede Hausverwaltung hat eine Bereitschaft rund um die Uhr organisiert. Wichtig ist, dass der Aushang ehrlich darstellt, was tatsächlich angeboten wird: Ist eine Notdienstnummer nur werktags erreichbar, sollte das klar stehen, statt einen falschen Eindruck ständiger Erreichbarkeit zu erwecken. Hausmeister RAT bietet Bereitschaft grundsätzlich nach Vereinbarung an; welche Regelung im Einzelfall gilt, sollte im Aushang präzise wiedergegeben werden.
Ein veralteter Aushang mit nicht mehr gültigen Telefonnummern ist einer der häufigsten Schwachpunkte, etwa nach einem Wechsel des Hausmeisterdienstes. Bei jedem Anbieterwechsel sollte die Aktualisierung des Aushangs fest zur Übergabe-Checkliste gehören.
Digitale Ergänzung sinnvoll nutzen
Neben dem klassischen Papieraushang setzen immer mehr Verwaltungen zusätzlich auf digitale Wege, etwa eine QR-Code-Verlinkung zu einem Onlineportal mit aktuellen Kontakten oder ein System für nicht akute Meldungen. Wie sich Mängel digital statt auf Zetteln erfassen lassen, beschreibt ein eigener Beitrag ausführlich. Für echte Notfälle bleibt der klassische Aushang trotzdem wichtig, weil er auch ohne Internetzugang oder Smartphone funktioniert.
Erstinformation für neue Bewohner beim Einzug
Beim Einzug neuer Bewohner lohnt sich ein zusätzlicher Hinweis auf den Notdienst-Aushang, etwa im Rahmen eines kurzen Willkommensschreibens. So wird sichergestellt, dass auch wer den Aushang im Alltag nicht bewusst wahrnimmt, zumindest einmal gezielt darauf aufmerksam gemacht wurde, bevor ein tatsächlicher Notfall eintritt.
Sicherheit rund um Flucht- und Rettungswege
Der Aushang sollte so angebracht sein, dass er selbst keinen Fluchtweg einschränkt oder den Blick auf Rettungswegkennzeichnungen verdeckt. Mehr zu den Anforderungen an einen freien Fluchtweg im Beitrag Flucht- und Rettungswege im Treppenhaus freihalten.
Mehrsprachigkeit und Verständlichkeit
In Wohnanlagen mit internationaler Bewohnerschaft lohnt sich eine einfache, möglichst sprachunabhängige Gestaltung des Aushangs: kurze Texte, klar erkennbare Symbole für Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei, und wo sinnvoll eine zweisprachige Beschriftung der wichtigsten Kontakte. So verstehen auch Bewohner, die noch nicht lange in Deutschland leben oder die Landessprache erst lernen, im Ernstfall sofort, an wen sie sich wenden können.
Mehrere Aufgänge und Gebäudeteile
Besteht eine Wohnanlage aus mehreren Aufgängen oder Gebäudeteilen, sollte in jedem einzelnen Treppenhaus ein eigener, identischer Aushang hängen, statt sich auf einen zentralen Aushang am Haupteingang zu verlassen. Das stellt sicher, dass auch Bewohner eines abgelegeneren Gebäudeteils im Notfall nicht erst einen weiten Weg zurücklegen müssen, um an die wichtigsten Kontaktdaten zu gelangen.
Verantwortung und regelmäßige Prüfung
Die Aktualität des Aushangs sollte fester Bestandteil der Objektbegehung sein. Ein einmal erstellter Aushang, der nie wieder kontrolliert wird, verliert mit der Zeit an Wert, insbesondere wenn sich Ansprechpartner oder Rufnummern ändern.
Hausmeister RAT pflegt für betreute Objekte einen aktuellen Notdienst-Aushang und aktualisiert ihn automatisch bei jeder Änderung der Erreichbarkeit, etwa im Rahmen der Bewohnerservice-Leistungen.
Kurz beantwortet
Wo sollte der Notdienst-Aushang hängen?
Am besten gut sichtbar im Eingangsbereich, etwa nahe dem Klingeltableau oder Briefkastenbereich, ohne Fluchtwege zu behindern.
Wie oft sollte der Aushang aktualisiert werden?
Bei jeder Änderung von Kontaktdaten sofort, unabhängig davon zusätzlich im Rahmen der regelmäßigen Objektbegehung geprüft.
Muss eine Notdienstnummer rund um die Uhr erreichbar sein?
Nein, entscheidend ist, dass die tatsächlich vereinbarte Erreichbarkeit ehrlich und klar auf dem Aushang steht, statt einen falschen Eindruck zu erwecken.
Kann ein Aushang auch als reine digitale Anzeige realisiert werden?
Grundsätzlich denkbar, etwa über ein kleines Display im Eingangsbereich, allerdings sollte auch dann eine stromausfallsichere, gedruckte Alternative verfügbar bleiben, gerade weil viele Notfälle mit einem Stromausfall einhergehen können.
Ersetzt ein digitales Ticketsystem den Papieraushang?
Nein, für echte Notfälle bleibt ein klassischer, jederzeit ohne Internetzugang lesbarer Aushang sinnvoll, digitale Systeme eignen sich eher für nicht akute Meldungen.
Sollte der Aushang auch bei einem vorübergehenden Ausfall der Bereitschaft angepasst werden?
Ja, fällt eine sonst vereinbarte Bereitschaft zeitweise aus, etwa wegen Urlaub, sollte dies möglichst vorübergehend kenntlich gemacht werden, damit Bewohner nicht vergeblich versuchen, jemanden zu erreichen.
Wer ist für den Inhalt des Aushangs verantwortlich?
In der Regel die Hausverwaltung in Abstimmung mit dem beauftragten Hausmeisterdienst, der häufig auch die praktische Anbringung und Pflege des Aushangs übernimmt.
Braucht ein kleines Mehrfamilienhaus überhaupt einen solchen Aushang?
Ja, auch bei wenigen Wohneinheiten profitieren Bewohner von einer schnellen Orientierung im Notfall, unabhängig von der Größe des Objekts. Der Aufwand für einen einfachen Aushang ist überschaubar, der Nutzen im Ernstfall dagegen erheblich.
Sollte der Aushang auch auf englische Notrufnummern hinweisen?
Innerhalb Deutschlands gelten dieselben Notrufnummern unabhängig von der Sprache, ein kurzer mehrsprachiger Hinweis auf die Bedeutung von Feuerwehr- und Polizeinummer kann internationalen Bewohnern aber zusätzliche Sicherheit geben.
Über diesen Beitrag
Geschrieben aus der Praxis unseres Hausmeisterdienstes in Berliner Wohnanlagen, Höfen und Gewerbeobjekten. Hinweise zu Recht, Steuern oder Sicherheit geben einen allgemeinen Überblick und ersetzen keine Beratung im Einzelfall.




